Heute morgen ist neues Leben in die Straußsiedlung in Duisburg-Neudorf eingezogen!
Das „Straußhaus“ hat seine Türen geöffnet, für alle die sich für die Vergangenheit und Zukunft dieser schönen Siedlung interessieren. Nach jahrelangem Leerstand und Abrissplänen hat die Stadt nach Protest der BewohnerInnen zwar Erhalt und Sanierung der Siedlung beschlossen, doch die Entscheidung darüber, wie genau die Siedlung in Zukunft aussehen soll, wurde wie so oft ohne die Bewohner*innen getroffen.
Wir sind eine junge Initiative, die sich für ein solidarisches Zusammenleben aller Menschen in Duisburg engagiert. Mit dieser Aktion möchten wir in erster Linie die Nachbarschaft unterstützen und dazu er-mutigen, weiter für ihr Recht auf Mitbestimmung und Mitgestaltung der Siedlung zu kämpfen, die teilweise seit Jahrzehnten ihr Zuhause ist. Wir fordern die Verantwortlichen der Stadt dazu auf, die Siedlung nach den Wünschen derer zu gestalten, die dort leben, anstatt sie vor vollendete Tatsachen zu stellen. Diese mittlerweile übliche Praxis jeglichen Wohnungsbaus muss sich unserer Meinung nach ändern!
Zu oft endet die Sanierung von Wohnhäusern mit der Vertreibung der Bewohner*innen, die sich die neuen Mietpreise nicht mehr leisten können – eine Entwicklung die auch in der Straußsiedlung absehbar ist.
Zu oft werden Mitbestimmung und Beteiligung versprochen und zu oft werden diese Versprechen nicht eingehalten. Stattdessen fallen Forderungen nach offenen Nachbarschaftsräumen, natürlichen Grünflächen und Spielplätzen der profitorientierten Stadtplanung zum Opfer – gerade auch in Duisburg.
Der Erfolg der BewohnerInnen der Zinkhüttensiedlung im Kampf gegen das FOC in Hamborn macht uns Mut. Er zeigt, dass es richtig und wichtig ist, auf das Recht auf selbstbestimmtes Wohnen zu bestehen und dass Duisburger*innen es sich nicht gefallen lassen, wenn Stadtentwicklung an ihnen vorbei betrieben wird!
Grundsätzlich fordern wir mehr Freiräume und Möglichkeiten, eigene Ideen von urbanem Leben zu entwickeln und zu verwirklichen, eine menschenwürdige Unterbringung aller – gerade auch geflüchteter Menschen
– und eine Stadtentwicklung, die sich an den Interessen der tatsächlichen Bewohner*innen orientiert. Denn das Recht auf eine würdige Wohnung für Alle sollte gerade einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft am wichtigsten sein.
Wie wäre es zu Beispiel mit einer selbstorganisierten Zukunftswerkstatt in der Straußsiedlung? Zum Kennenlernen, Austauschen und Vernetzen in den nächsten Wochen – und zum Planen und Mitbestimmen vor und während der Phase der Sanierung.
Dazu möchten wir die Bewohner*innen, die gesamte Nachbarschaft und alle Interessierten ermutigen uns kennenzulernen, sich mit uns auszutauschen und die Aktion zu unterstützen. Denn wie könnte man besser der Geschichte der Siedlung gerecht werden, als gemeinsam Ideen für die Zukunft zu entwickeln?
Wir laden ein – heute und morgen – zum Nachbarschaftsfrühstück, zu Kaffee und Kuchen und zur Diskussion mit interessanten Gästen – je nach Wetter, vor oder im Haus.
Die Verantwortlichen der Stadt sind selbstverständlich auch herzlich eingeladen den Veranstaltungen als interessierte Gäste beizuwohnen. Wir wollen mit der Aktion niemandem vor den Kopf stoßen, sehen uns aber dazu gezwungen auf diese Weise eine mehr als notwendige und längst überfällige Debatte anzustoßen. Dies ist eine Chance mit der Nachbarschaft gemeinsam Wohnungsbau und Stadtentwicklung neu zu denken!
Anfragen bitte an:
strausshaus@riseup.net
twitter: @squatDU #straußhaus #squatdu
Liebe Grüße und Duisburg für Alle!